Gräser im Zwischenfruchtanbau

Stand: 07/16/2020
Die Beweggründe zur Aussaat von Zwischenfrüchten, sei es zur Futternutzung oder zur Erfüllung von Greeningauflagen sind vielfältig. Weitere Ziele des Zwischenfruchtanbaus können sein:
  • Futternutzung
  • Verringerung der Bodenerosion
  • Vermeidung von Stickstoffverlusten über den Winter
  • Verbesserung der Bodenstruktur und des Bodenlebens
  • Durch eine nahezu lückenlose Begrünung der Flächen („System Immergrün“) soll zudem Unkraut unterdrückt werden.
Hier ein Ausschnitt des Artikels "Anbau von Zwischenfrüchten - Was muss ich beachten?", den Sie in voller Länge hier finden.

Gräser im Zwischenfruchtanbau:
Hierfür bieten sich besonders Sorten des Einjährigen und Welsches Weidelgrases an. Das Gras kann bereits im Juli ausgesät werden und sollte bei einjährigen Weidelgras bis spätestens Anfang September und bei Welches Weidelgras bis spätestens 1. Oktober gesät sein. Die Stickstoffverwertung der Gräser ist optimal und die Gräser treiben nach der Nutzung wieder aus, sodass eine gute Winterbegrünung besteht. Im weiteren Vegetationsverlauf kommt das einjährige Weidelgras im Frühjahr wieder ins Schossen und Ährenschieben. Dadurch ist eine kombinierte Sommer- und Winterzwischenfruchtnutzung möglich, die sich gut in Maisfruchtfolgen integrieren lässt. Die potenziell etwas geringeren Erträge im Herbst, können durch die Frühjahrsnutzung wieder ausgeglichen werden.

Bei Zwischenfruchtanbau zur ausschließlichen Herbstnutzung ist das einjährige Weidelgras aufgrund seines leicht höheren Ertragspotentials vorzuziehen. Bei früher Aussaat sind späte einjährige Weidelgrassorten zu empfehlen, da diese eine höhere Ertragserwartung aufweisen. Im Schnitt liegt der Ertrag im Herbst bei 30 dt TM / ha. Laut BSA Beschreibung ist das Einjährige Weidelgras nicht winterhart. Aufgrund der milden Winter in den letzten Jahren sind die meisten einjährigen Weidelgrasbestände nicht abgefroren. Daher wurde der für die einjährige Schnittnutzung angelegte Versuch 18 Z 400 für die überjährige Schnittnutzung liegen gelassen, sodass drei Schnitte genutzt werden konnten.

Ergebnisse finden Sie im Versuchsbericht 2019, Versuch 19 Z 400

Aufgrund des Blätterreichtums und des Bedarfs eines Vernalisationsreizes um ins Ährenschieben zu kommen ist das Welsche Weidelgras Energiereicher und Strukturärmer als das einjährige Weidelgras. Auch kann in einjährige Weidelgrasmischungen ein Saatmengenanteil von 1,0 -1,5 kg /ha Winterraps eingemischt werden. Hierbei müssen jedoch die unter Raps-Fruchtfolgen beschriebenen Probleme beachtet werden.

Bei der Einmischung von Leguminosen gilt zu beachten, dass wenn Leguminosen als Hauptfrucht in der Fruchtfolge stehen die Anbaupausen eingehalten werden können. Die Einhaltung der Anbaupausen reduziert das Auftreten Leguminosentypischer Krankheitserreger und Schädlingen, die die sogenannte „Leguminosenmüdigkeit“ fördern. Daher sollten Artspezifische und standortabhängige Anbaupausen unbedingt beachtet werden.

Artengemische als Zwischenfrucht

Hafer-Futtererbsen-Sommerwicke- Gemenge bilden eine hervorragende Zwischenfruchtmischung. Die drei Arten ergänzen sich hervorragend. Der Hafer dient in dem Gemisch zusätzlich als Stützfrucht für die rankenden Futtererbsen und Wicken. Diese wirken unterdrückend auf Unkräuter.

Geeignete Sorten finden Sie in der Mischungs- und Sortenempfehlung für Grünland und Ackerfutterbau 2020-2021

Zwischenfrüchte zur Futternutzung

Aufgrund der trockenen Jahre 2018 und 2019 und auch der geringen Futtererträge in diesem Jahr, bleibt die Versorgungslage mancherorts angespannt, weshalb der Zwischenfruchtanbau zur Futternutzung in diesem Jahr wieder Interessant wird. Dabei ist darauf zu achten, dass die angebaute Zwischenfrucht sowohl in die Fruchtfolge als auch zu den Ansprüchen der jeweiligen Tierart an die Futterqualität passt. Beispielsweise ist in Hochleistungsmilchviehbetrieben auf eine möglichst hohe Energiekonzentration und günstigen Rohfasergehalt zu achten. Hier bieten sich besonders schnellwüchsige Weidelgräser an, welche gegebenenfalls mit kleinkörnigen Leguminosen wie Alexandrinerklee oder Perserklee gemischt werden können.

Ebenfalls zu beachten ist, dass die Zwischenfrucht, da sie noch im Ansaatjahr geerntet wird, im Sinne der Düngeverordnung als Zweitfrucht behandelt wird. Daher muss eine Düngebedarfsermittlung hierfür erstellt werden. In diesem Fall gilt nicht die pauschale Höchstgrenze von 30 kg/ha Ammoniumstickstoff bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff.

Ertragsergebnisse von weiteren Zwischenfrüchten für die Futternutzung sind in unserem Versuchsbericht 2019 zu finden.



Christoph.Steilen@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken nach oben  zurück