Auch Zimmerpflanzen brauchen Ruhezeiten!

Je nach Herkunft der Pflanze gibt es an das dortige Klima angepasste Ruhe- und Vegetationsperioden. Temperatur, Licht- und Wasserverhältnisse stellen die „innere Uhr“ der Pflanze auf „ruhen“ oder „wachsen und blühen“ ein. Bei vielen Pflanzen ist diese Ruhezeit Voraussetzung für die Blütenbildung. Besonders augenfällig ist dies z.B. bei Amaryllis und Clivie, die nur nach einer entsprechenden Ruhezeit zur Blüte kommen.
Beginnt die Ruhezeit und die Pflanzen stehen zu warm und bekommen zu viel Wasser, dann gerät dieser Rhythmus durcheinander. Sie wachsen weiter und bilden keine Blütenanlagen. Hinzu kommt, dass es ihnen an Licht fehlt. Damit kämen sie im Ruhezustand, nicht jedoch während der Vegetationszeit, zurecht. Vermehrte Anfälligkeit für Schädlinge und ausbleibende Blüte sind die Folge.
Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass auch die meisten Zimmerpflanzen im Winter ihre Ruheperiode haben. Daher sollten sie möglichst in kühleren Räumen, die weniger oder gar nicht geheizt werden, stehen. Helle Flure und Treppenhäuser oder das nur gelegentlich genutzte Gästezimmer sind besser geeignet als das warme Wohnzimmer. Während der Ruhephase wird das Gießen reduziert und nicht gedüngt. Ausnahmen sind Zimmerpflanzen, die ursprünglich aus dem Regenwald stammen, wo es keine Ruhezeiten gibt. Allerdings kann es über Winter für sie an der Lichtdauer und Intensität fehlen. Sie können also weiter in den Wohnräumen bleiben, eventuell müssen aber Pflanzenlampen eingesetzt werden.
Sobald die Pflanzen mit dem Blattaustrieb beginnen, ist die Ruhezeit beendet. Damit kann man ab Februar rechnen. Dann vertragen sie wieder mehr Wärme und brauchen wieder mehr Wasser und Nährstoffe.





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