Ziergarten im August

Hochsommer- Ferienstimmung! Gerade wenn wir dieses Jahr vielleicht Urlaub im eigenen Garten machen, und ihn gerade so richtig genießen können - beispielsweise als Alternative zum Freibad oder weiter entfernten Stränden - gibt es auch jede Menge andere Sachen zu tun, als nur mit einem guten Buch im Schatten zu liegen.

Richtiges Wässern ist bei Hitze immer noch wichtig.

Weiterhin können wir Stauden behutsam ausputzen, um die Blütezeit zu verlängern und unerwünschte Selbstaussaat zu verhindern, und einfach um die Pflanzen frisch und vital zu erhalten. Zu diesen Dauerblühern gehören Knautien und Skabiosen, Färber-Kamillen (Anthemis), Mädchenaugen (Coreopsis), Sonnenbraut (Helenium).

Die zweite Blüte unserer im Frühsommer zurückgeschnittenen Stauden wie Salbei, Katzenminze, Rittersporn und Spornblume zeigt sich jetzt etwas zurückhaltender, aber ebenso schön.

Gaillardia (Kokardenblume) und Monarda (Indianernessel) müssen manchmal richtig ausgebremst werden, um ihre Kräfte für die nächste Saison zu erhalten. Sobald sich bei den Monarden die Grundtriebe gebildet haben, können die Blütenstände bodennah abgeschnitten werden, sie sind zudem um diese Jahreszeit oft von Mehltau betroffen.

Gerade in warmen Sommern ist der Echte Mehltau eine häufig auftretende Pilzkrankheit. Der weiße Belag auf Blättern und Trieben sieht unschön aus, bei sehr starkem Befall kann es zu braunen Stellen und Wachstumsstockungen kommen, doch wirklich gefährlich wird er unseren Pflanzen nicht. Nach einem kräftigen Rückschnitt treiben sie völlig gesund wieder aus. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist bei unseren Gartenstauden nicht nötig.

Im August beginnt schon der Blütenreigen der Herbstastern mit den ersten Aster amellus Sorten. Diese unkomplizierte und vielfältige Gattung erfreut uns bis in den November mit leuchtenden Farben. Es gibt flach wachsende Bodendecker mit einer Vielzahl an winzigen Blütchen (Aster prostratus ‘Snowflurry‘) bis hin zu den riesigen Rauhblatt- und Glattblatt Astern aus Nordamerika, die über einen Meter hoch werden können. Die meisten bevorzugen das sonnige, humose Staudenbeet. Es gibt jedoch auch Überlebenskünstler für den trockenen Schatten, die sogar Wurzeldruck von großen Gehölzen aushalten, wie die weiße Waldaster (A. divaricatus) oder die japanische Aster (Aster ageratoides ‘Ezo Murazaki‘). Alle lassen sich wunderbar mit Gräsern in den entsprechenden Größen kombinieren, sowie mit Echinacea, Veronica, Sedum und Verbenen.

Im August beginnt schon die Pflanzzeit für die im Mai blühenden Pfingstrosen (Paeonien) und Schwertlilien (Iris barbata). Diese lassen sich jetzt am besten als kräftige Freilandware, ganz ohne Plastiktopf verpflanzen. Fragen Sie in Ihrer Staudengärtnerei!

Viele einjährige Pflanzen setzen Samen an, die man jetzt prima ernten und im nächsten Jahr aussäen kann. Dazu gehören Ringelblumen, Zinnien, Nigella, Wicken, Mohn.

Die einzigen Gartenblumen, denen man noch mit gezielten Düngergaben auf die Sprünge helfen kann, sind Dahlien, alle anderen Stauden und Gehölze erhalten erst im Frühjahr wieder eine Starthilfe.

Eine weitere Ausnahmen sind Rhododendren mit akutem Mangel und der Rasen, der durch den häufigen Schnitt etwas mehr „Futter“ braucht, um kräftig zu bleiben.

Im August schließt sich langsam das Zeitfenster für den letzten Heckenschnitt. Gehölze, die jetzt geschnitten werde, haben noch die Chance, ihre Triebe ausreifen zu lassen, bevor es kalt wird und so vor Frostschäden sicher zu sein.

Wer seinen Lavendel noch nicht geschnitten hat, sollte das jetzt spätestens noch nachholen. Alle verblühten Blütenstände werden zurückgeschnitten, so dass ein kompakter Strauch entsteht. Lavendel neigt als mediterraner, verholzender Halbstrauch gerne dazu, von unten her zu verkahlen. Dann wird er immer höher und kann auseinander brechen. Dem kann man durch regelmäßigen Schnitt der grünen Triebe entgegen wirken. Ins alte Holz darf man nicht mehr schneiden, sonst treibt er nicht mehr aus.

Haben wir und die Schmetterlinge und Hummeln uns schon im Juli an der Blüte des Sommerflieders erfreut, kann man durch gezieltes Ausschneiden der verblühten Rispen seine Blütezeit verlängern.

Seine „blauen Kollegen“ Caryopteris, Perovskia und Vitex beginnen jetzt mit ihrer leuchtenden Blüte und setzen so die Blütezeit von Sommerflieder (Buddleia) und Lavendel bis in den Herbst fort. Alle drei sind mediterrane Sträucher mit leuchtend blauen Blütenrispen, die bei Bienen, Hummeln und Schmetterlingen überaus beliebt sind und als wichtige späte Nahrungsquelle dienen.

Die Bartblume, Caryopteris bleibt klein (unter einem Meter) und rundlich kompakt.

Perovskia, auch Blauraute oder Russischer Salbei genannt, bildet lange lockere Rispen in leuchtendem Blau und mit aromatischem Duft. Er kann sich etwas zu Seite lehnen und wird selten höher als 1,2 m.

Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castis) ist ein stattliches Gehölz von 2-3m Höhe, mit fingerartig geteiltem silbrigem Laub und aufrechten blauen oder weißen Blütenrispen.



Eva.Hofmann@dlr.rlp.de     www.Gartenakademie.rlp.de drucken nach oben  zurück