Wasserversorgung bei Gehölzen

Durch die ungleichmäßige Verteilung der Niederschläge im Jahresablauf tritt zeitweise Wassermangel auf. Wenn Wasser durch Regen ausbleibt, ersetzen wir es durch Bewässerung. Neu eingepflanzte Bäume und Sträucher reagieren auf Wassermangel durch Welkeerscheinungen oder treiben im Extremfall gar nicht neu aus. Um die Niederschlagsmenge richtig einschätzen zu können, sollte in jedem Garten ein Regenmesser aufgestellt werden. Mit Hilfe der aufgedruckten Skalierung kann die tatsächlich gefallene Niederschlagsmenge bei der zusätzlich den Gehölzen zuzuführenden Wassermenge berücksichtigt werden.

Damit neu eingepflanzten Gehölzen das Anwachsen leichter fällt, sollte beim Kauf schon auf eine gute Wurzelausbildung geachtet werden. Will man das anwachsen noch sicherer gestalten, werden Ballen- und Containerpflanzen gepflanzt. Um eine möglichst gute Wasserversorgung der gepflanzten Gehölze zu gewährleisten, muss beim Einpflanzen bereits der Grundstock gelegt werden. Dies bedeutet, es muss eine ausreichende, der Gehölzgröße angepasste, Pflanzgrube ausgegraben werden, die je nach Bodenart durch Kompost, Sand, Torf oder durch kompletten Austausch verbessert wird. Nach dem Einpflanzen sind Bäume und Sträucher mit einem Gießrand zu versehen
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Dieser sollte mindestens die eineinhalbfache Größe der Pflanzung haben. Sein Rand sollte auf Dauer ausgelegt sein. Er ist bei kleineren Gehölzen 20 cm breit und hoch und muss bei Bäumen ca. 30 cm betragen. Er ist über die gesamte Vegetationszeit frei von Unkraut zu halten und darf nicht mit Rasen eingesät werden. Um die Verdunstung und das Verkrusten des Bodens zu verhindern, ist ein leichtes Abdecken mit Kompost, Rindenmulch oder Grasschnitt möglich.
Die benötigte Wassermenge zum Wachsen ist abhängig von der Verdunstung der Blätter. Sie ist an sonnigen und heißen Tagen höher und an bewölkten und kühlen niedriger. Um die Verdunstung geringer zu halten, empfiehlt es sich, neu eingepflanzte Gehölze scharf zurückzuschneiden. Werden Gehölze im Herbst gepflanzt, müssen diese an frostfreien Tagen auch während der Vegetationsruhe gewässert werden. Vor allem bei Immergrünen (Tannen, Kirschlorbeer, Bambus usw.) oder Pflanzen mit weicher Rinde (z. B. Pfirsich) kann ein Mangel an nötiger Winterfeuchte zum Pflanzentod führen. Dies passiert auch vielen Pflanzen, die in Lücken nachgepflanzt werden, weil ältere Pflanzen durch ihre Kronen den Regen bzw. durch ihre Wurzeln das Gießwasser wegnehmen.

Für die optimale Wasserversorgung ist jeder Pflanzenliebhaber auf die Beobachtung der Witterung angewiesen. Im Allgemeinen gilt, dass neu eingepflanzte Gehölze bereits zum Austrieb (Ende März) die erste ausreichende Wassergabe bekommen. Dies ist nicht erforderlich, wenn mehr als 25 mm Niederschlag wöchentlich fällt. Bei zu wenig Regen ist die Restmenge durch Wässern aufzufüllen. Besonders gefährliche Zeiten für neu eingepflanzte Pflanzen sind der Austrieb und der Johannistrieb (24. Juni). Bei frisch gepflanzten Gehölzen muss vorbeugend gewässert werden. Dies ist bei älteren Pflanzen nicht nötig, hier kann man warten bis sie erste äußere Anzeichen für Trockenheit zeigen. Ausnahmen hierbei sind Kübelpflanzen, die stets ausreichend mit Wasser versorgt werden müssen. Um möglichst gezielte Bewässerung durchzuführen, sollte sie bei wenigen Pflanzen stets mit Eimer oder Gießkanne durchgeführt werden. Wird mit einem Schlauch bewässert, ist ein Überprüfen der tatsächlichen Wassermenge, die an die Pflanzen kommt, nötig. Da viele Gartenliebhaber die entstehende Wasserrechnung fürchten, bieten sich Regentonnen oder für größere Gärten Regenzisternen oder Becken an. Für größere Grundstücke oder Gartenliebhaber mit weniger Zeit bieten sich vollautomatische Bewässerungen an. Sie müssen jedoch den jeweiligen Pflanzengesellschaften angepasst werden.

Ist der Wasserverbrauch geringer als das was durch Regen und Bewässerung der Pflanze zugeführt wird, besteht die Gefahr, dass der Gehölzestandraum vernässt, was zu Luftmangel im Wurzelbereich führt und im Extremfall zum Absterben der Pflanzen führt. Vorbeugend sollte daher gelegentlich der Standraum leicht gelockert werden und im Zweifelsfall mit der Hand der Feuchtigkeitszustand überprüft werden.





Bernd.Lenhart@dlr.rlp.de     www.gartenakademie.rlp.de drucken nach oben