Obstgarten im November

Im November kehrt so langsam etwas Ruhe ein im Garten, das Obst ist geerntet, und eigentlich könnte man sich etwas zurücklehnen. Am Besten schaut man sich seine Bäume mal etwas genauer an, denn häufig geben Sie einen Hinweis auf die folgende Witterung, denn „Sitzt im November noch das Laub, wird der Winter hart, das glaub“. Nicht selten findet man in klimatisch unregelmäßigen Jahren auch noch Blüten an den Obstbäumen, und das verheißt nach den alten Bauernregeln nichts Gutes: „Baumblüt` im November gar - noch nie ein gutes Zeichen war.“ , weil dann ggfs. mit einem langen Winter zu rechnen ist: „Blühen im November die Bäume aufs neu, währet der Winter bis zum Mai.“ Wie dem auch sei, der November ist der wichtigste Pflanzmonat. Jetzt sind in den Baumschulen alle Gehölze vorrätig, und man hat eine gute Auswahl.

Jetzt ist Pflanzzeit - Checkliste für die Neupflanzung:

Jetzt wird es Zeit, sich um neue Gehölze zu kümmern. Die besten Pflanzen bekommt man in heimischen Baumschulen vor Ort. Diese haben meistens regionaltypische Sorten- und Unterlagenkombinationen vorrätig. Darüber hinaus gibt es in der Regel auch eine qualifizierte Beratung und einen fachmännischen Pflanzschnitt gratis.

Tipp des Monats: auf gute Pflanzqualität achten!

Achten Sie beim Baumkauf darauf, dass die Bäume frei sind von sichtbaren Krankheiten wie Obstbaumkrebs, Wurzelkropf und Schädlingen wie San-Jose-Schildlaus, Rote Spinne u. a.. Ebenso sollten sie keine gravierenden Rindenverletzungen z. B. durch Hagel oder mechanische Eingriffe aufweisen. Auf dem Etikett müssen der Sortenname, die verwendete Unterlage (s. o.) sowie der Virusstatus vermerkt sein. Für den Garten werden neben 1-jährigen Bäumen auch häufig 2-jährige angeboten, besonders bei Steinobst oder Birnen mit Zwischenveredlung. Gutes Pflanzmaterial bedeutet: mindestens 4-6 Seitentriebe in 70-100 cm Höhe (Spindelbusch) bzw. 1,80 cm Höhe (Hochstamm). Achten Sie beim Kauf auf eine gute Bewurzelung und eine ausreichend hohe Veredlung (ca. 20 cm über dem Wurzelhals). Noch eine Anmerkung zum Thema Pflanzschnitt: Wer sich nicht ganz sicher ist, sollte den Pflanzschnitt direkt beim Fachmann in der Baumschule oder im Gartencenter durchführen lassen. Dort wird zwar in der Regel kräftiger geschnitten, die Anwachsquote steigt dadurch aber deutlich!

Schützender Weissanstrich mit Kalkmilch
Wichtig: Die Veredlungsstelle (Verdickung) sollte mindestens 20 cm über dem Boden sein!
Checkliste für die Neupflanzung:
  • Nur robuste, widerstandfähige oder resistente Sorten pflanzen.
  • Ein fachgerechter Pflanzschnitt an Krone und Wurzel sollte man direkt in der Baumschule vom Fachmann erledigen lassen. Und nicht erschrecken, wenn dieser die Hälfte bis 2/3 aller Triebe abschneidet, das hat schon seine Richtigkeit, denn dadurch verbessert sich das Anwachsergebnis.
  • Vor dem Pflanzen sollte man die Bäume/Sträucher eine Nacht in einen Eimer Wasser stellen.
  • Pflanzen Sie die Gehölze genau so tief ein, wie Sie in der Baumschule gestanden waren, die Veredlungsstelle muss aber 20 cm über dem Boden sein.
  • Sind Wühlmäuse ein Problem, Bäume direkt in spezielle Wühlmaus-Schutzkörbe aus Draht pflanzen (Im Fachhandel vorrätig bzw. selbst herstellen aus verzinktem Kanninchendraht).
  • Bodenverbesserung: Eine gründliche Vermischung des Aushubes mit reifem Kompost verbessert das Anwachsergebnis ebenfalls (2/3 Aushub, 1/3 Kompost). Baumscheibe dünn mit Kompost abdecken und leicht einharken 3l/qm).
  • Ein kräftiges Antreten des Bodens nach dem Pflanzen ist für einen guten Bodenschluss sehr wichtig. Erst danach kräftig mit Wasser einschlämmen.
  • Bei der Auswahl der Pfähle sollte man auf heimische Holzarten zurück greifen (z. B. Eßkastanie, Akazie, Fichte, Kiefer). Dabei reicht es vollkommen aus, wenn nur der untere Teil imprägniert ist.
  • Baum anbinden: 2-3 x in Form einer liegenden Acht binden, damit es nicht zu Scheuerstellen kommt.





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