Kälteeinbrüche im Mai und Juni: Eisheilige und Schafskälte

Häufig kann es im Mai und Anfang Juni (Schafskälte) trotz gewöhnlich warmer Tage noch zu Kälteeinbrüchen kommen. Insbesondere die Nächte können dann empfindlich kalt werden. Erfahrungsgemäß erfolgt in vielen Jahren um Mitte Mai, den sogenannten "Eisheiligen", ein solcher Kälteeinbruch, der sogar noch Nachtfröste mit sich bringen kann.
Auch die letzten Nächte waren je nach Lage sehr kalt und es konnte dann in den frühen Morgenstunden zu Bodenfrost kommen. Ob es sich dabei um "vorgezogene Eisheilige" handelt oder ob bis Ende des Monats nochmals kalte Nächte folgen, bleibt ab zu warten.
Obwohl Tomatenpflanzen schon Anfang Mai überall angeboten werden, ist daher mit dem Pflanzen Vorsicht geboten. Das gleiche gilt für andere kälteempfindliche Kulturen wie z.B. Paprika, Zucchini oder Kappstachelbeeren. Sofern Sie das Pflanzen nicht mehr abwarten wollen, sollte dies zumindest in einem Frühbeet oder einem Folientunnel erfolgen. Hier kann man bei Frostgefahr abdecken, wobei dies allerdings bei sehr kalten Nächten kein völlig sicherer Frostschutz ist. Dahlienknollen dagegen können ab Mitte April bis Anfang Mai in die Erde, da sie doch etliche Tage brauchen, bis sich das Laub zeigt: "Pflanz mich im April, komm ich, wann ich will. Pflanz mich im Mai, komm ich glei..."! Bis sie ausgetrieben haben, ist die Nachtfrostgefahr meist vorüber. Etwas anders sieht es bei vorgetriebenen Dahlien oder Canna aus. Man stellt sie ähnlich Kübelpflanzen zwar heraus, muss sie bei Nachtfrostgefahr aber wieder einräumen oder an geschützte Stellen rücken und dort durch Abdecken vor Frost schützen. Ausgepflanzt werden sie frühestens im letzten Maidrittel.
Zuckermais benötigt eine hohe Keimtemperatur. Daher wird er in kühleren Gegenden am Besten in Töpfen vorkultiviert und erst gegen Ende Mai ausgepflanzt. In wärmeren Lagen kann er direkt ausgesät werden. Aber auch hier sollte dies erst nach den Eisheiligen (Mitte/Ende Mai) erfolgen. Das gleiche gilt auch für Stangenbohnen. Bei zu kühlen Temperaturen verlängert sich die Keimzeit, so dass ein zu frühes Säen keinen Entwicklungsvorsprung bringt und sich lediglich die Gefahr erhöht, dass die Samen faulen.
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