Hausbaum- jetzt Bäume pflanzen!

Kein Garten ohne Baum, kein Haus ohne Baum!

In früheren Zeiten wurde zu jedem Haus oder Hof ein Baum gepflanzt, um das Haus über Generationen zu beschützen und die Erinnerung an die Ahnen zu bewahren. Vielen unserer Bäume wurden magische Kräfte zugeschrieben, vielleicht ein Überbleibsel aus vorchristlicher Zeit, als Bäume noch eine ganz andere Wertigkeit in der Kultur und Spiritualität hatten. Auch heute gibt es noch zahlreiche Anlässe, einen Baum zu pflanzen. Das kann nicht nur Bezug oder Bau eines Hauses sein, sondern auch Hochzeit, Geburt oder die Erinnerung an einen Verstorbenen.

Sag mir wo die Bäume sind…

Europa war ehemals weitaus waldreicher als heute. Selbst die Mittelmeerregion war bewaldet, doch das römische Reich benötigte Holz zum Bau von Schiffen. Auch in der Zeit des Mittelalters konnte die Überlegenheit in Kriegen durch den Zugang zu Holz entschieden werden. So fielen viele Wälder dem Bau von Schiffen und Waffen zum Opfer. Seit der Industrialisierung die war Gewinnung von Holzkohle und die Papierherstellung ein Grund für großflächige Rodungen. Die Natur und die Kulturlandschaft waren schon immer stetigem Wandel unterworfen, waldreiche Epochen wechselten mit Zeiten von starker Beweidung und Rodung ab. In unserer Epoche findet ein großflächiger Landverbrauch durch den Bau von Siedlungen und Straßen statt.

In unseren heutigen Wäldern wird nachhaltige Forstwirtschaft betrieben, doch hat der Wald mit zahlreichen Problemen in Folge von Klimaveränderungen zu kämpfen, und es wird in den nächsten Jahrzehnten zu tiefgreifenden Veränderungen kommen. Während hier neu aufgeforstet wird, brennen in Brasilien und Südostasien unvorstellbar große Waldflächen, nicht zuletzt um unseren Konsum an Fleisch von mit Soja gefütterten Tieren und Palmöl zu befriedigen.

Auch heute lässt uns der Anblick eines alten Baumes staunen. Bäume beindrucken uns durch ihre Gestalt, ihr Alter, ihre Größe, ihre Fähigkeit, die Jahrhunderte zu überdauern. Wir genießen Ihren Schatten, ernten Früchte, bauen Häuser und Möbel aus ihnen und heizen den Ofen mit ihrem Holz.

Deshalb sollte jeder, der ein Stückchen Land oder Garten zur Verfügung hat, Bäume, Sträucher und Hecken pflanzen!

Unsere Bäume sind gestresst

Doch in Zeiten, in denen die Auswirkungen des Klimawandels deutlich werden, merken wir immer mehr, wie wichtig Bäume zur Sicherung eines Gleichgewichts sind, das auch unser Überleben auf diesem Planeten sichert.

Wer sich mit offenen Augen durch die Welt bewegt, kann nicht mehr übersehen, dass die Landschaft schon im Sommer mit vorzeitig „verbräunten“, vertrockneten Bäumen und Sträuchern durchzogen ist.

Der Klimawandel ist angekommen und geht an unseren heimischen Baumarten nicht spurlos vorüber. Viele sind nach mehreren trockenen Sommern in Folge so geschwächt, dass sie keine Widerstandsfähigkeit mehr gegen Krankheiten und Schädlinge haben.

Wer sich an einem heißen Tag schon mal vom glühenden Asphalt in den Schatten eines Baumes gerettet hat, weiß, welch einen großen Beitrag Bäume dazu leisten, dass unsere Städte und Dörfer weiterhin ein lebenswertes Umfeld für Mensch und Tier bieten können.

Die Wohlfahrtswirkungen von Bäumen, um nur eine kleine Auswahl zu nennen:

· Bäume produzieren Sauerstoff und reduzieren den Kohlendioxidanteil in der Luft,

· sie sorgen für Schatten und durch Verdunstung für eine Kühlung der Luft,

· sie filtern Feinstaub und Schadstoffe und reinigen damit die Luft.

· Gehölze speichern Wasser und wirken sich positiv auf das gesamte Klimageschehen und das örtliche Mikroklima aus.

· Bäume können zur Bildung von Wolken und zur Erhöhung der Regenwahrscheinlichkeit beitragen

· Bäume bieten Nahrung und Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren.

· Bäume steigern den Wert des Arbeits- und Wohnumfeldes, und helfen bei Krankheit, Stress und Überanstrengung.

· Weil Bäume das menschliche Wohlbefinden steigern, erhöhen sie auch die touristische Anziehungskraft von Kommunen und Regionen.

Aus all diesen Gründen, können wir es uns nicht leisten, auf Bäume zu verzichten!

Neue Bäume braucht das Land!

Die heimischen Bäume wie Linde, Kastanie und Ahorn, die einen Großteil der Stadtbäume ausmachen, schaffen das jedoch nicht mehr alleine. Für heutige Hausgärten werden sie oft viel zu groß.

Doch es gibt Hoffnung! Forschungsanstalten, Kommunen und Baumschulen haben in den letzten Jahren viel Arbeit in die Erforschung geeigneter Baumarten investiert.

Viele Baumarten sind bestens an das nun vorherrschende Klima angepasst, sie kommen z.B aus den Gebirgen des Mittelmeerraums oder aus trockenen Steppengebieten Südosteuropas. Sie können die heimische Flora ergänzen und unterstützen, und so mit Hilfe des Menschen einfach etwas schneller ihren Platz in hiesigen Städten und Gärten einnehmen, als es durch natürliche Ausbreitung möglich wäre.

Mit Bäumen gestalten

Zur Planung eines Gartens gehört als erstes die grundlegende Gliederung durch Bäume und Gehölze. Ohne Baum wirkt ein Garten flach und monoton. Durch die vertikale Ausrichtung gibt ein Baum eine Struktur und dreidimensionale Gliederung.

Er lenkt den Blick, betont oder kaschiert bestimmte Stellen und bringt Farbe in den Garten. Das Laub bietet mannigfaltige Grüntöne, rot-orange- und gelbe Töne im Herbst, es gibt Blüten in allen Farben für jede Jahreszeit und das Herbstlaub wird durch die Farben des Fruchtschmucks ergänzt.

Die Auswahl eines Baums ist eine langfristige Entscheidung, der richtige Baum am richtigen Ort kann uns ein Leben lang begleiten und zukünftigen Generationen Freude schenken.

Im Herbst beginnt die ideale Pflanzzeit für Gehölze, und in Baumschulen ist um diese Jahreszeit das Sortiment im vollen Umfang verfügbar.

Mittlerweile am meisten verbreitet sind im Container, also im Kunststofftopf, gezogene Gehölze. Sie lassen sich gut pflegen und transportieren und theoretisch das ganze Jahr über verpflanzen. Beim Kauf einer solchen Pflanze, lohnt es sich, einen Blick auf die Wurzeln zu werfen: Sie sollten, wenn man die Pflanze aus dem Topf zieht, die Erde halten und eher hell als dunkel erscheinen. Fällt die Erde lose herunter, wurde sie erst vor kurzem eingetopft und benötigt wahrscheinlich länger zum Anwachsen. Ebenso wenig sollte sich ein dichter Wurzelfilz im Topf im Kreis drehen und hinausquellen, solche überständigen Pflanzen haben ihr Leben lang Probleme, ein arttypisches Wurzelsystem auszubilden.

Steht ein Baum jahrelang an Ort und Stelle, hat sich das Wurzelsystem so weit ausgebreitet, dass ein Verpflanzen nicht mehr möglich ist. Hochstämmige Bäume und große Sträucher werden in der Baumschule auf dem Feld gezogen, wo sie regelmäßig verpflanzt werden, damit sich das Wurzelsystem in dem umstochenen Ballen bildet- das nennt man „verschulen“. Diese können nun mit Wurzelballen und umgebenden Erdreich ausgegraben und neu gepflanzt werden.

Doch beim Stöbern im Katalog der Baumschule ist oft Verwirrung angesagt: was bedeuten bloß diese ganzen kryptischen Kürzel zur „Qualität“?

In diesem Fall ist mit Qualität nicht nur die Güte gemeint, sondern eher Größe und Entwicklungszustand, der bei Pflanzen ja sehr unterschiedlich sein kann. Ein Feldahorn kann in der Baumschule als 80 cm hoher, eintriebiger Heister im Bündel für wenige Euro angeboten werden oder als mehrfach verpflanzter Solitärbaum, mit dickem Stamm und mehreren Metern Gesamthöhe, der nur noch mit Spezialmaschinen ausgegraben und mit Kran und Tieflader geliefert werden kann.

2,3 oder 4 x v bezieht sich auf die Anzahl der Verpflanzungen, je öfter der Baum verschult wurde, umso älter und kräftiger ist er. Hochstämmige Bäume werden meist ab einer dreimaligen Verpflanzung mit gut ausgebildetem Wurzelballen und Krone verkauft. 2xv sind zwei Mal verpflanzte Heister, dünne Jungbäume ohne Krone und meist „wurzelnackt“, also ohne Erdballen.

Dann gibt es „Solitäre“, die weiter vereinzelt auf dem Feld stehen, damit sie schön breit werden. Ein Solitär ist von unten herauf beastet, also strauchartig und manchmal auch mehrstämmig. Die Größenangaben von z.B 150-200 x 400-500 sind Breite und Höhe in centimetern.

Als „Hochstamm“ bezeichnet man einen Baum mit einem durchgehenden Stamm von 1,80 bis 2 Metern Höhe und einer Krone darüber. Ihre Größe wird durch den Stammumfang in einem Meter Höhe eingeteilt. Ein gängiger Hausbaum für den kleinen Garten ist schon mit 10-12cm Umfang erhältlich, für Großprojekte werden auch Bäume mit 30-40 cm Stammumfang verpflanzt.

Für welche Größe man sich letztendlich entscheidet, hängt von der Geduld und dem Geldbeutel ab!

Die schwierige Frage ist also: Welchen Baum sollen wir pflanzen?

Einige grundlegende Überlegungen sollten geklärt sein, bevor man sich in der Baumschule einzelne Bäume zeigen lässt:

· Wie viel Platz steht zur Verfügung, kann ich einen oder mehrere Bäume pflanzen?

· Wie groß darf dieses Gehölz langfristig werden?

· Welche Kronenform soll er haben, rund, oval, schirmartig, säulenartig?

· Welchen Zweck soll der Baum erfüllen? Soll er Schatten, Wind- oder Sichtschutz bieten? Möchten wir Früchte oder Nüsse ernten? Ist die dekorative Optik entscheidend, sind Blüten, Blattfarben oder dekorative Borke wichtig?

· Soll es ein sommergrüner oder ein immergrüner Baum sein?

· Wie sind Boden und Klima? Welche Bäume gedeihen unter diesen Bedingungen?

Die letzte Frage entscheidet meist über die Auswahl, denn hier spielen Geschmack und persönliche Vorlieben keine Rolle mehr.

Wir möchten Ihnen hier einige unserer Lieblingsbäume vorstellen, die für kleine Gärten und trockener werdende Sommer geeignet sind:
Botanischer NameDeutscher NameGröße/WuchsBlüte/FruchtAnsprüche
Acer monspessulanumFranzösischer AhornRundlich, knorrig, 5-8 (13)mGelbgrün, später „Nasenflügel“Trockenheitsverträglich, gesund und frosthart
Acer opalusSchneeball - AhornBreit-rundlich, 8-12mFrüh, gelb, später „Nasenflügel“Trockenheits- und hitzeverträglich auf allen Böden
Betula utilis ‚Doorenbos‘Himalaya BirkeBreit-oval, aufrecht 8-10 (15)mGrüngelbe Kätzchen im Mai leuchtend weiße Borke!Unkompliziert auf fast allen Standorten
Cercis siliquastrumJudasbaumRund bis schirmförmig, 6-8mKnallpink, vor dem Austrieb direkt an den ZweigenHitze-und trockenheitsverträglich, gerne Kalkboden
Cornus masKornelkirscheBreitrund, auch strauchig oder als Hecke, 4-7mGelb, März/April, rote essbare FrüchteRobuster und heimischer Baum, gut trockenheitsverträglich
Crataegus prunifolia ‚Splendens‘PflaumendornBreitrund, kompakt 6-7mWeiß, Mai-Juni, rote Früchte im Herbst- Vogelnährgehölz!Stadtklimafest, verträgt Schnitt, prachtvolle Herbstfärbung
Fraxinus ornusBlumenescheRund bis breitoval, 6-8(10)mDuftend, cremeweiß, Mai-JuniWärmeliebend und frosthart
Koelreuteria paniculataBlasenbaumLocker, breit schirmartig 6-8 (15) mGelb, Juli-August
Dekorative, trockene Samenkapseln
Unkompliziert, hitze- und frostfest
Malus Hybriden z.B. ‘Evereste‘ZieräpfelBreit, aufrecht , locker, 4-6mRosa-weiß, April-Mai, Mini Äpfel in allen Farben im HerbstUnkompliziert, für alle Standorte, freut sich über gelegentliches Wässern
Parrotia persicaEisenholzbaumTrichterförmig, aufrecht, 6-10 (12)mUnscheinbare rote Knöpfchen im März, später tolle HerbstfärbungFrosthart und unkompliziert
Prunus subhirtella ‚Autumnalis‘Winter-KirscheLocker, breit überhängend 5-6m Rosa weiß, schon im November/Dezember, Hauptblüte März/AprilAm liebsten in allen Gartenböden, nicht zu steinig und trocken
Pyrus salicifolia ‘Pendula‘Weidenblättrige BirneKnorrig-verzweigt, überhängend 4-6m, graues LaubWeiß, April, kleine Grüne Früchte
Laub erinnert an Oliven
Alle Böden, Hitze- und trockenheitsverträglich frosthart
Tilia cordata RanchoWinter-LindeDicht, schmal-oval, 8-12(15)mCremegelb, duftend, JuliAm liebsten in allen Gartenböden, nicht zu steinig und trocken

Natürlich gibt es noch viel mehr wunderbare Baumarten für alle Standorte und Ansprüche. Sehr zu empfehlen ist beispielweise die Straßenbaumliste der Gartenamtsleiterkonferenz (GALK)

https://strassenbaumliste.galk.de/

oder das Merkblatt „Kleine Laubbäume für Hausgarten und Grünanlagen“ der LWG Bayern.

http://www.lwg.bayern.de/landespflege/gartendokumente/merkblaetter/076697/index.php

Ihre Baumschule vor Ort kann Sie umfassend und kompetent beraten und Ihnen die Auswahl anhand von Beispielen erleichtern.

Jetzt pflanzen!

Wenn Sie sich im Herbst Bäume in der Baumschule Ihrer Wahl anschauen, können Sie sie noch im größtenteils belaubten Zustand sehen und einen Eindruck von Herbstfärbung und Fruchtschmuck bekommen.

Der Baum kann bei einer Herbstpflanzung von der Bodenfeuchte im Winter profitieren, an warmen Tagen Wurzeln bilden, und ist im Frühling schon mit neuen Zuwächsen am Start, so dass sie im Sommer schon darunter sitzen können.

Um sich später selbst versorgen zu können, benötigen frisch gepflanzte Bäume in den ersten Jahren Unterstützung durch regelmäßige, tiefgründige Wassergaben, so dass sie ihr Wurzelsystem bis in tiefe Bodenschichten ausdehnen können. Am besten natürlich mit Regenwasser vom eigenen Dach!

Pflanzen Sie jetzt einen Baum und Sie gewinnen einen Freund fürs Leben! Ihre Kinder und Enkel werden es Ihnen danken, wenn sie in seinem Schatten sitzen!

„Der beste Zeitpunkt, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Der nächstbeste Zeitpunkt, einen Baum zu pflanzen, ist jetzt.“

Sprichwort, überliefert aus verschiedenen Quellen, doch allzu wahr, egal ob aus China, Uganda oder Russland!



Eva.Hofmann@dlr.rlp.de     www.Gartenakademie.rlp.de drucken nach oben  zurück