"Gelbsucht" der Pflanzen

Krankheitsmerkmale

Häufig sieht man im Sommer, dass sich die Blätter von verschiedenen Pflanzenarten, meist Zier-oder Obstgehölze, zu einem hellen gelb-grün verfärben. Betroffen sind häufig Amberbäume (Liquidambar), auch Kletterpflanzen wie Kiwi oder Blauregen(Wisteria, Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Azalee, Hortensien und viele Beerensträucher, vor allem Heidelbeeren.
Diese unnatürliche Gelbfärbung von Blättern bezeichnet man als ChIorose oder auch "Gelbsucht". In unseren Regionen ist die Eisenmangel-Chlorose am häufigsten. Sie beginnt an den jüngsten Blättern, d.h. an der Spitze eines Triebes, und greift dann auf die älteren Blätter über. Bei starker Ausprägung fallen die Blätter im Verlauf des Sommers vorzeitig ab. Das kann zu einer allgemeinen Schwächung der Pflanzen, zu verminderter Wuchsleistung und Blühfreudigkeit, sowie einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber weiteren Störungen (z.B. Frost) und Krankheitserregern führen.

Die Gelbfärbung ist die Folge einer schlechten Ausbildung oder Zerstörung des Blattgrüns (Chlorophyll-Effekt) aufgrund eines Mangels an Eisen in Blättern. Eisen ist für viele Pflanzen, insbesondere Rhododendron, erst ab einem pH-Wert unter 6 im Boden verfügbar. Liegt er darüber, ist die Aufnahme von Eisen, selbst wenn es in ausreichender Menge vorhanden ist, nicht möglich. Auch durch einen zu hohen Phosphorgehalt kann Eisen festgelegt, und dann von den Pflanzen nicht ausreichend aufgenommen werden.
In unserem Gebiet sind die kalkhaltigen Böden und Leitungswasser die häufigste Ursache der Chlorose. Doch auch Störungen im Nährstoffverhältnis (z.B. Kali- oder Stickstoffmangel) oder ungünstige Standortverhältnisse (z.B. feste, verdichtete Böden, Vernässung) können zu der unerwünschten Gelbfärbung führen.

Bodenverbesserung ist die nachhaltigste Methode, um Chlorosen vorzubeugen!

Standortbedingungen können im Nachhinein kaum noch geändert werden. Dennoch gibt es Möglichkeiten, den Boden soweit zu verbessern, dass die Nährstoffe wieder leichter aufgenommen werden können. Allerdings sind diese Maßnahmen nicht schnell wirksam.

Entsteht die Chlorose durch einen zu hohen pH- Wert im Boden (Kalkgehalt ist zu hoch), kann er durch verschiedene Dünger oder Bodenhilfsstoffe gesenkt werden. Durch eine Bodenprobe sollte erst einmal getestet werden, wie hoch der pH- Wert eigentlich ist, und welche Nährstoffe in welcher Menge im Boden vorhanden sind. Dazu gibt es im Fachhandel günstige Testkits, mit denen man rasch zu einem Ergebnis kommt.
Für eine detaillierte, kostenpflichtige Bodenanalyse kann man eine Bodenprobe an die LUFA in Speyer senden.
Erst wenn man weiß, ob z.B. Phosphor- oder Kalk- Überschuss im Boden vorliegt, können gezielte Maßnahmen ergriffen werden.

Soll der pH- Wert im Boden gesenkt werden, gibt es verschiedene umweltschonende Möglichkeiten. Der Einsatz von Torf sollte im Garten vermieden werden, um die Zerstörung der Moore nicht noch weiter voran zu treiben. Moore sind sehr empfindliche Ökosysteme, die zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Speicherung von Kohlenstoff extrem wichtig sind. Auch bei Blumenerden gibt es mittlerweile vielfältige Alternativen zu Torf.

Rindenmulch (aus der Rinde von Nadelbäumen)
Die flache Lockerung der Bodenoberfläche im Wurzelbereich und das Abdecken des Bodens mit einer Schicht aus Rindenmulch wirken einer Verschlämmung bzw. Oberflächenverdichtung entgegen und tragen mittelfristig mit zu einer Verminderung der Chlorose bei.

Kompost aus Eichenlaub
Reines Eichenlaub wird zerkleinert und kann frisch oder kompostiert als Mulchschicht auf dem Wurzelbereich der zu behandelnden Pflanzen verteilt werden. Schon bei der Zersetzung entstehen organische Säuren, die den pH-Wert im Boden senken. Ansonsten wirkt sich die Kompostierung vorteilhaft auf das Bodenleben aus.

Erde/Kompost von Nadelbäumen
Sowohl die Nadeln von Koniferen, als auch die Erde, in der sie wachsen, wirken leicht sauer. Durch die Zugabe von Erde, die im Wurzelbereich von großen Nadelbäumen ausgegraben wurde (Vorsicht: bitte dabei keine Wurzel beschädigen), kann der Kalkgehalt im Boden an anderer Stelle gesenkt werden. Man kann die Erde aus verschiedenen Gartenteilen problemlos tauschen. Sehr leicht kann man auch die Schicht aus abgefallenen Nadeln, die sich unter den Bäumen bildet, aufsammeln, und damit an anderer Stelle mulchen.

Traubentrester
Der Traubentrester entsteht nach der Pressung der Trauben zur Weinherstellung. Er ist oft auf Anfrage direkt bei Winzern erhältlich. Trester enthält die natürliche Säure aus den Trauben und andere Gärstoffe, die den Kalkgehalt des Bodens reduzieren und für zusätzliche organisches Material im Boden sorgen.

Kaffeesatz
Bei kleineren Flächen oder bei Pflanzen, die im Topf wachsen, kann der pH-Wert durch die Zugabe von Kaffeesatz gesenkt werden. Er kann oberflächlich ausgebracht oder leicht eingearbeitet werden.

Alle diese bodenverbessernden, sauer wirkenden organischen Materialien können natürlich auch gemischt oder gemeinsam kompostiert werden.
Wichtig ist bei all diesen Maßnahmen, dass der pH-Wert des Bodens danach regelmäßig kontrolliert und die Zugaben daran angepasst werden.



Chlorose nach kühl-feuchter Witterung und hohem pH-Wert an Sauerkirsche...
... und ganz extrem an Birne


Fotos: © DLR
Krankheitsmerkmale

Häufig sieht man im Sommer, dass sich die Blätter von verschiedenen Pflanzenarten, meist Zier-oder Obstgehölze, zu einem hellen gelb-grün verfärben. Betroffen sind häufig Amberbäume (Liquidambar), auch Kletterpflanzen wie Kiwi oder Blauregen(Wisteria), Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Azalee, Hortensien und viele Beerensträucher, vor allem Heidelbeeren.
Diese unnatürliche Gelbfärbung von Blättern bezeichnet man als ChIorose oder auch "Gelbsucht". In unseren Regionen ist die Eisenmangel-Chlorose am häufigsten. Sie beginnt an den jüngsten Blättern, d.h. an der Spitze eines Triebes, und greift dann auf die älteren Blätter über. Bei starker Ausprägung fallen die Blätter im Verlauf des Sommers vorzeitig ab. Das kann zu einer allgemeinen Schwächung der Pflanzen, zu verminderter Wuchsleistung und Blühfreudigkeit, sowie einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber weiteren Störungen (z.B. Frost) und Krankheitserregern führen.

Die Gelbfärbung ist die Folge einer schlechten Ausbildung oder Zerstörung des Blattgrüns (Chlorophyll-Effekt) aufgrund eines Mangels an Eisen in Blättern. Eisen ist für viele Pflanzen, insbesondere Rhododendron, erst ab einem pH-Wert unter 6 im Boden verfügbar. Liegt er darüber, ist die Aufnahme von Eisen, selbst wenn es in ausreichender Menge vorhanden ist, nicht möglich. Auch durch einen zu hohen Phosphorgehalt kann Eisen festgelegt, und dann von den Pflanzen nicht ausreichend aufgenommen werden.
In unserem Gebiet sind die kalkhaltigen Böden und Leitungswasser die häufigste Ursache der Chlorose. Doch auch Störungen im Nährstoffverhältnis (z.B. Kali- oder Stickstoffmangel) oder ungünstige Standortverhältnisse (z.B. feste, verdichtete Böden, Vernässung) können zu der unerwünschten Gelbfärbung führen.

Bodenverbesserung ist die nachhaltigste Methode, um Chlorosen vorzubeugen!

Standortbedingungen können im Nachhinein kaum noch geändert werden. Dennoch gibt es Möglichkeiten, den Boden soweit zu verbessern, dass die Nährstoffe wieder leichter aufgenommen werden können. Allerdings sind diese Maßnahmen nicht schnell wirksam.

Entsteht die Chlorose durch einen zu hohen pH- Wert im Boden (Kalkgehalt ist zu hoch), kann er durch verschiedene Dünger oder Bodenhilfsstoffe gesenkt werden. Durch eine Bodenprobe sollte erst einmal getestet werden, wie hoch der pH- Wert eigentlich ist, und welche Nährstoffe in welcher Menge im Boden vorhanden sind. Dazu gibt es im Fachhandel günstige Testkits, mit denen man rasch zu einem Ergebnis kommt.
Für eine detaillierte, kostenpflichtige Bodenanalyse kann man eine Bodenprobe an die LUFA in Speyer senden.
Erst wenn man weiß, ob z.B. Phosphor- oder Kalk- Überschuss im Boden vorliegt, können gezielte Maßnahmen ergriffen werden.

Soll der pH- Wert im Boden gesenkt werden, gibt es verschiedene umweltschonende Möglichkeiten. Der Einsatz von Torf sollte im Garten vermieden werden, um die Zerstörung der Moore nicht noch weiter voran zu treiben. Moore sind sehr empfindliche Ökosysteme, die zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Speicherung von Kohlenstoff extrem wichtig sind. Auch bei Blumenerden gibt es mittlerweile vielfältige Alternativen zu Torf.

Rindenmulch (aus der Rinde von Nadelbäumen)
Die flache Lockerung der Bodenoberfläche im Wurzelbereich und das Abdecken des Bodens mit einer Schicht aus Rindenmulch wirken einer Verschlämmung bzw. Oberflächenverdichtung entgegen und tragen mittelfristig mit zu einer Verminderung der Chlorose bei.

Kompost aus Eichenlaub
Reines Eichenlaub wird zerkleinert und kann frisch oder kompostiert als Mulchschicht auf dem Wurzelbereich der zu behandelnden Pflanzen verteilt werden. Schon bei der Zersetzung entstehen organische Säuren, die den pH-Wert im Boden senken. Ansonsten wirkt sich die Kompostierung vorteilhaft auf das Bodenleben aus.

Erde/Kompost von Nadelbäumen
Sowohl die Nadeln von Koniferen, als auch die Erde, in der sie wachsen, wirken leicht sauer. Durch die Zugabe von Erde, die im Wurzelbereich von großen Nadelbäumen ausgegraben wurde (Vorsicht: bitte dabei keine Wurzel beschädigen), kann der Kalkgehalt im Boden an anderer Stelle gesenkt werden. Man kann die Erde aus verschiedenen Gartenteilen problemlos tauschen. Sehr leicht kann man auch die Schicht aus abgefallenen Nadeln, die sich unter den Bäumen bildet, aufsammeln, und damit an anderer Stelle mulchen.

Traubentrester
Der Traubentrester entsteht nach der Pressung der Trauben zur Weinherstellung. Er ist oft auf Anfrage direkt bei Winzern erhältlich. Trester enthält die natürliche Säure aus den Trauben und andere Gärstoffe, die den Kalkgehalt des Bodens reduzieren und für zusätzliche organisches Material im Boden sorgen.

Kaffeesatz
Bei kleineren Flächen oder bei Pflanzen, die im Topf wachsen, kann der pH-Wert durch die Zugabe von Kaffeesatz gesenkt werden. Er kann oberflächlich ausgebracht oder leicht eingearbeitet werden.

Alle diese bodenverbessernden, sauer wirkenden organischen Materialien können natürlich auch gemischt oder gemeinsam kompostiert werden.
Wichtig ist bei all diesen Maßnahmen, dass der pH-Wert des Bodens danach regelmäßig kontrolliert und die Zugaben daran angepasst werden.

Chlorose nach kühl-feuchter Witterung und hohem pH-Wert an Sauerkirsche...
... und ganz extrem an Birne


Fotos: © DLR






Sofortmaßnahmen gegen Chlorose sind Spritz-, Gieß- oder Streubehandlungen an den betroffenen Pflanzen mit speziellen eisenhaltigen Düngern. Die jeweiligen Konzentrationen bzw. Aufwandmengen sind der Gebrauchsanleitung der Präparate zu entnehmen.

Spritzverfahren
Spritzungen mit Eisenpräparaten wirken am schnellsten, da der Dünger direkt auf die Blätter gelangt und von diesen aufgenommen wird. Die Wirkungsdauer bei dieser Ausbringungsart ist jedoch wesentlich kürzer als beim Gießen oder Streuen. Deshalb sollte diese Methode nur als kurzfristige Notlösung eingesetzt werden, um akute Mangelsymptome zu lindern. Je nach Bedarf sind deshalb die Spritzungen bis zu vier Mal im Abstand von 4-7 Tagen zu wiederholen. Nach August sollten keine Spritzungen mehr vorgenommen werden.
Achtung: Grundsätzlich sollten Blattdünger nicht bei Temperaturen über 25°C ausgebracht werden und nur bei bedecktem Himmel!

Gießverfahren
Hierbei wird auf den oberflächlich gelockerten Boden von der ausgesetzten Düngerlösung ein Liter pro Quadratmeter verabreicht. Besonders bei tief wurzelnden Pflanzen ist nach der Anwendung ein nochmaliges Gießen nur mit Wasser oder eine Beregnung zweckmäßig. Die Applikationen können zu jeder Jahreszeit erfolgen, am wirkungsvollsten sind sie jedoch zu Beginn des Austriebs oder beim Sichtbarwerden der ersten Gelbfärbung.

Streuverfahren
Bei dieser Ausbringungsart wird der Dünger im Wurzelbereich der Pflanzen oberflächlich ausgestreut. Um die Wirkung zu beschleunigen, wird der Nährstoff anschließend eingehackt und nach Möglichkeit noch eingewässert.

Zur Anwendungszeit gilt ebenso wie bei jeder Düngeranwendung, dass sie nur zur Wachstumszeit erfolgen sollte.

Eisenhaltige Dünger

Der Fachhandel bietet eine breite Palette an eisenhaltigen Spezialdüngern, so z.B. Fetrilon, Blatt-Grün, Ferramin Eisendünger.
Der Eisendünger Optifer ist ein Naturprodukt aus Rindenextrakten. Es besitzt eine gute Pflanzenverträglichkeit und wirkt auch noch bei hohen pH-Werten

Die jeweilige Gebrauchsanleitung sollte genau befolgt werden.

Langfristig empfiehlt es sich bei Problemen mit Chlorosen , nur mit Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser zu gießen. Häufig entstehen diese Mangelsymptome nur durch zu kalkhaltiges Leitungswasser. Auch Brunnenwasser kann unter Umständer sehr kalkhaltig sein.

Kann man seinen Boden und sein Wasser nur mit viel Mühe und Arbeiteinsatz verändern, gibt es alternativ auch viele kalkliebende Pflanzen! Wer ständig mit gelben Rhododendron und Azaleen zu kämpfen hat, sollte lieber Flieder und Lavendel pflanzen. Die richtige Pflanze am richtigen Ort macht mehr Freude als Arbeit!

Krankheitsmerkmale

Häufig sieht man im Sommer, dass sich die Blätter von verschiedenen Pflanzenarten, meist Zier-oder Obstgehölze, zu einem hellen gelb-grün verfärben. Betroffen sind häufig Amberbäume (Liquidambar), auch Kletterpflanzen wie Kiwi oder Blauregen(Wisteria), Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Azalee, Hortensien und viele Beerensträucher, vor allem Heidelbeeren.
Diese unnatürliche Gelbfärbung von Blättern bezeichnet man als ChIorose oder auch "Gelbsucht". In unseren Regionen ist die Eisenmangel-Chlorose am häufigsten. Sie beginnt an den jüngsten Blättern, d.h. an der Spitze eines Triebes, und greift dann auf die älteren Blätter über. Bei starker Ausprägung fallen die Blätter im Verlauf des Sommers vorzeitig ab. Das kann zu einer allgemeinen Schwächung der Pflanzen, zu verminderter Wuchsleistung und Blühfreudigkeit, sowie einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber weiteren Störungen (z.B. Frost) und Krankheitserregern führen.

Die Gelbfärbung ist die Folge einer schlechten Ausbildung oder Zerstörung des Blattgrüns (Chlorophyll-Effekt) aufgrund eines Mangels an Eisen in Blättern. Eisen ist für viele Pflanzen, insbesondere Rhododendron, erst ab einem pH-Wert unter 6 im Boden verfügbar. Liegt er darüber, ist die Aufnahme von Eisen, selbst wenn es in ausreichender Menge vorhanden ist, nicht möglich. Auch durch einen zu hohen Phosphorgehalt kann Eisen festgelegt, und dann von den Pflanzen nicht ausreichend aufgenommen werden.
In unserem Gebiet sind die kalkhaltigen Böden und Leitungswasser die häufigste Ursache der Chlorose. Doch auch Störungen im Nährstoffverhältnis (z.B. Kali- oder Stickstoffmangel) oder ungünstige Standortverhältnisse (z.B. feste, verdichtete Böden, Vernässung) können zu der unerwünschten Gelbfärbung führen.

Bodenverbesserung ist die nachhaltigste Methode, um Chlorosen vorzubeugen!

Standortbedingungen können im Nachhinein kaum noch geändert werden. Dennoch gibt es Möglichkeiten, den Boden soweit zu verbessern, dass die Nährstoffe wieder leichter aufgenommen werden können. Allerdings sind diese Maßnahmen nicht schnell wirksam.

Entsteht die Chlorose durch einen zu hohen pH- Wert im Boden (Kalkgehalt ist zu hoch), kann er durch verschiedene Dünger oder Bodenhilfsstoffe gesenkt werden. Durch eine Bodenprobe sollte erst einmal getestet werden, wie hoch der pH- Wert eigentlich ist, und welche Nährstoffe in welcher Menge im Boden vorhanden sind. Dazu gibt es im Fachhandel günstige Testkits, mit denen man rasch zu einem Ergebnis kommt.
Für eine detaillierte, kostenpflichtige Bodenanalyse kann man eine Bodenprobe an die LUFA in Speyer senden.
Erst wenn man weiß, ob z.B. Phosphor- oder Kalk- Überschuss im Boden vorliegt, können gezielte Maßnahmen ergriffen werden.

Soll der pH- Wert im Boden gesenkt werden, gibt es verschiedene umweltschonende Möglichkeiten. Der Einsatz von Torf sollte im Garten vermieden werden, um die Zerstörung der Moore nicht noch weiter voran zu treiben. Moore sind sehr empfindliche Ökosysteme, die zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Speicherung von Kohlenstoff extrem wichtig sind. Auch bei Blumenerden gibt es mittlerweile vielfältige Alternativen zu Torf.

Rindenmulch (aus der Rinde von Nadelbäumen)
Die flache Lockerung der Bodenoberfläche im Wurzelbereich und das Abdecken des Bodens mit einer Schicht aus Rindenmulch wirken einer Verschlämmung bzw. Oberflächenverdichtung entgegen und tragen mittelfristig mit zu einer Verminderung der Chlorose bei.

Kompost aus Eichenlaub
Reines Eichenlaub wird zerkleinert und kann frisch oder kompostiert als Mulchschicht auf dem Wurzelbereich der zu behandelnden Pflanzen verteilt werden. Schon bei der Zersetzung entstehen organische Säuren, die den pH-Wert im Boden senken. Ansonsten wirkt sich die Kompostierung vorteilhaft auf das Bodenleben aus.

Erde/Kompost von Nadelbäumen
Sowohl die Nadeln von Koniferen, als auch die Erde, in der sie wachsen, wirken leicht sauer. Durch die Zugabe von Erde, die im Wurzelbereich von großen Nadelbäumen ausgegraben wurde (Vorsicht: bitte dabei keine Wurzel beschädigen), kann der Kalkgehalt im Boden an anderer Stelle gesenkt werden. Man kann die Erde aus verschiedenen Gartenteilen problemlos tauschen. Sehr leicht kann man auch die Schicht aus abgefallenen Nadeln, die sich unter den Bäumen bildet, aufsammeln, und damit an anderer Stelle mulchen.

Traubentrester
Der Traubentrester entsteht nach der Pressung der Trauben zur Weinherstellung. Er ist oft auf Anfrage direkt bei Winzern erhältlich. Trester enthält die natürliche Säure aus den Trauben und andere Gärstoffe, die den Kalkgehalt des Bodens reduzieren und für zusätzliche organisches Material im Boden sorgen.

Kaffeesatz
Bei kleineren Flächen oder bei Pflanzen, die im Topf wachsen, kann der pH-Wert durch die Zugabe von Kaffeesatz gesenkt werden. Er kann oberflächlich ausgebracht oder leicht eingearbeitet werden.

Alle diese bodenverbessernden, sauer wirkenden organischen Materialien können natürlich auch gemischt oder gemeinsam kompostiert werden.
Wichtig ist bei all diesen Maßnahmen, dass der pH-Wert des Bodens danach regelmäßig kontrolliert und die Zugaben daran angepasst werden.

Chlorose nach kühl-feuchter Witterung und hohem pH-Wert an Sauerkirsche...
... und ganz extrem an Birne


Fotos: © DLR


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