Scharka-Krankheit (Pocken-Krankheit) - Plum-Pox-Virus (PPV)


Wissenschaftl. Bezeichnung:
Plum-Pox-Virus, Scharka-Virus
© DLR

Art:
Krankheiten

Allgemeine Bedeutung:
Das Virus kann hohe Ertragsausfälle verursachen und wird leicht verbreitet.
Empfindliche Sorten sind ungenießbar und auch für eine weitere Verwertung unbrauchbar.
Gefährlichste Virose für Prunusarten.

Schadbild:
Bei Pflaumen und Zwetschen zeigen sich an den Blättern ab Mai/Juni sortenabhängig verwaschene, hell- bis olivgrüne Ringe. Bei starker Symptomausprägung entstehen violette oder nekrotische Blattflecke. An den Früchten entstehen ring-, linien- oder pockenartige Einsenkungen bis hin zur Verkrüppelung. Unter den Schadstellen färbt sich das Fruchtfleisch rötlich und ist von gummiartiger, zäher Beschaffenheit. Auch am Stein können dunkle runde Flecke oder Ringe entstehen. Geschädigte Früchte schmecken fade oder bitter, reifen vorzeitig und fallen ab.
An den Blättern von Pfirsichen treten eher selten gelbliche Adernaufhellungen, unregelmäßige Flecke oder Ringflecke auf. An der Fruchthaut sind diffuse, gelbliche Ringbildungen zu erkennen.
An Aprikosenblättern werden ab Juni/Juli hellgrüne bis dunklere Ringe, Linien und Bänder sichtbar. An den Früchten entstehen buckelartige Deformationen, an der Fruchtschale blasse oder dunkle, auch nekrotisch eingesunkene Ringe, die sich durch das Fruchtfleisch bis zum Stein fortsetzen. Auf dem Stein bilden sich helle Ringe. Das Fruchtfleisch geschädigter Früchte ist trocken, schwammig und geschmacklos.
Bei manchen Sorten treten auch Rindensymptome auf: Nekrosen, länglichen Rissen und Aufplatzungen mit rotbraun verfärbem Gewebe. Die Symptome können insbesondere an älteren Bäumen auch nur partiell auftreten, z.B. nur auf einzelnen Astpartien.

=> Einfluss von Scharka auf den Ertrag von Zwetschen und Pflaumen


Biologie:
Der Erreger, das Scharka-Virus, ist ein fadenförmiger Partikel (20x764 nm). Der Wirtspflanzenkreis umfasst viele Steinobstarten (Pflaume, Zwetsche, Reneklode, Mirabelle, Aprikose, Pfirsich), sowie Prunus-Zier und Wildarten wie Mandelbäumchen, Schlehe
sowie krautige Pflanzen.
Die Übertragung kann mechanisch durch Pfropfung und durch Blattläuse (Hopfenblattlaus, Große Pflaumenlaus, Kleine Pflaumenlaus, Mehlige Pflaumenlaus, Pfirsichblattlaus) stattfinden. Die Ausbreitung durch Pflanzensauger (Vektoren) erfolgt hauptsächlich im Mai sowie ab September bis zum Vegetationsende.

Bekämpfung:
Vorbeugend: Bekämpfung von Blattläusen (Überträger). Eine Bekämpfung der Krankheit ist nicht möglich.Bei Neupflanzungen Scharkatolerante Sorten wählen!

Beratung:
Gartenakademie

Bilder:



Fotos: © DLR


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